Was ist Agroforstwirtschaft?

Agroforstwirtschaft verbindet landwirtschaftliche Nutzung mit Bäumen oder Sträuchern auf derselben Fläche. Gehölze werden dabei gezielt in Ackerflächen oder Weideland integriert.

Je nach Standort, Bewirtschaftung und Zielsetzung können Agroforstsysteme dazu beitragen, vielfältigere Lebensräume zu schaffen, Böden vor Erosion zu schützen, den Wasserhaushalt zu verbessern und Kohlenstoff in Vegetation und Boden zu speichern.

Gleichzeitig bleiben die Flächen landwirtschaftlich genutzt.

Welche Agroforstsysteme gibt es?

Zu den verbreiteten Formen gehören:

  • Silvoarable Systeme: Bäume oder Sträucher werden mit Ackerkulturen kombiniert.
  • Silvopastorale Systeme: Gehölze werden in Weideflächen und Tierhaltung integriert.
  • Mehrschichtige Systeme: Unterschiedliche Gehölze und weitere Kulturen werden miteinander kombiniert.

Welche Form geeignet ist, hängt unter anderem vom Standort, den angebauten Kulturen, der Bewirtschaftung und den Zielen des landwirtschaftlichen Betriebs ab.

Mögliche Vorteile von Agroforstsystemen

Gut geplante Agroforstsysteme können verschiedene ökologische und landwirtschaftliche Funktionen miteinander verbinden.

Dazu können gehören:

  • zusätzliche Lebensräume für Tiere und Pflanzen
  • Schutz vor Wind und Bodenerosion
  • Verbesserung des Mikroklimas
  • positive Auswirkungen auf den Wasserhaushalt
  • Speicherung von Kohlenstoff in Bäumen und Böden
  • zusätzliche landwirtschaftliche Produkte wie Früchte, Nüsse oder Holz
  • Diversifizierung landwirtschaftlicher Betriebe

Die tatsächlichen Auswirkungen hängen jedoch stark vom jeweiligen Agroforstsystem, Standort und der Bewirtschaftung ab.

Herausforderungen

Die Anlage eines Agroforstsystems erfordert eine sorgfältige Planung. Bäume und landwirtschaftliche Kulturen können beispielsweise um Licht, Wasser und Nährstoffe konkurrieren.

Hinzu kommen Investitionen für Pflanzung und Pflege sowie möglicherweise Anpassungen bei der Bewirtschaftung und eingesetzten Technik.

Agroforstwirtschaft ist deshalb kein einheitliches System, sondern muss an den jeweiligen Betrieb und Standort angepasst werden.

Agroforstwirtschaft und Rewilding – zwei unterschiedliche Ansätze

Agroforstwirtschaft ist eine Form der landwirtschaftlichen Nutzung. Rewilding verfolgt ein anderes Ziel.

Auf den Rewilding-Flächen von eMission-X wird die wirtschaftliche Nutzung dauerhaft beendet. Es findet dort keine land- oder forstwirtschaftliche Produktion und keine Holzernte statt. Nach gegebenenfalls notwendigen Maßnahmen zur Anschubrenaturierung sollen sich diese Flächen möglichst natürlich entwickeln.

Agroforstprojekte können dagegen eine Möglichkeit sein, ökologische Strukturen in weiterhin landwirtschaftlich genutzte Flächen zu integrieren.

Beide Ansätze können einen Beitrag zu vielfältigeren Landschaften leisten, verfolgen jedoch unterschiedliche Ziele.

Interesse an einem Agroforstprojekt?

Sie möchten auf einer landwirtschaftlich genutzten Fläche ein Agroforstsystem entwickeln?

Sprechen Sie uns gerne an. Gemeinsam können wir prüfen, welche Möglichkeiten für Ihre Fläche und Ihr Vorhaben infrage kommen.

Weitere Informationen:

Hinweis:

Die Agroforstwirtschaft befindet sich in Deutschland noch in einem Entwicklungsstadium. Es gibt jedoch bereits einige Praxisbeispiele und Forschungsprojekte, die zeigen, dass diese Landbewirtschaftungsform großes Potenzial hat.

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