Kuhschnappel
Sachsen
924 m² Grünland mit Baumbestand – und derzeit sogar mit Kühen
Ort: Kuhschnappel bei St. Egidien, Sachsen
Lebensraum: Grünland mit vorhandenem Baumbestand
Größe: 924 m²
Aktuelle Situation: Die Fläche wird derzeit durch Dritte mit Rindern beweidet
Rewilding: Zukünftig keine wirtschaftliche Nutzung; die weitere Entwicklung der Fläche soll natürlichen Prozessen überlassen werden
Status: Bestehende Fremdnutzung wird noch geklärt
Unsere Fläche bei Kuhschnappel
eMission-X besitzt bei Kuhschnappel in Sachsen eine 924 m² große Grünlandfläche mit vorhandenem Baumbestand.
Bei unserem Besuch vor Ort erwartete uns allerdings eine kleine Überraschung:
Auf unserer Rewilding-Fläche standen Kühe.
Die Fläche wird derzeit noch durch Dritte beweidet.
Und damit haben wir zunächst einmal überhaupt kein Problem – ganz im Gegenteil: Aus Sicht des Rewildings sind große Pflanzenfresser durchaus spannend.
Kühe auf einer Rewilding-Fläche? Das passt besser zusammen, als man denkt
Rewilding bedeutet nicht automatisch, dass eine Fläche möglichst schnell zu Wald werden soll.
Große Pflanzenfresser gehören seit Jahrtausenden zu europäischen Landschaften. Durch Fressen, Verbiss und Tritt beeinflussen sie die Vegetation und können dazu beitragen, dass unterschiedliche Strukturen aus offenen Flächen, Gebüschen und Gehölzen entstehen.
Bevor Hausrinder unsere Landschaften prägten, lebte in Europa unter anderem der Auerochse – der wilde Vorfahre unserer heutigen Rinder.
Auch Wisente, Wildpferde, Rothirsche und andere große Pflanzenfresser beeinflussten und beeinflussen die Entwicklung von Landschaften.
Deshalb werden heute auch in Rewilding-Projekten Rinder und andere große Pflanzenfresser eingesetzt, um natürliche Beweidungsprozesse wieder stärker zuzulassen.
Eine Kuh ist also nicht automatisch das Gegenteil von Rewilding.
Das Problem sind nicht die Kühe
Unsere Kühe sind allerdings nicht wirklich „unsere“ Kühe.
Die Tiere gehören uns nicht und die Fläche wird derzeit durch Dritte genutzt.
Deshalb müssen wir diese Fremdnutzung zunächst klären.
Dabei unterscheiden wir bewusst zwischen zwei Dingen:
Die Beweidung selbst kann ein interessanter ökologischer Prozess sein. Die wirtschaftliche Nutzung unserer Rewilding-Fläche durch Dritte ist dagegen nicht unser langfristiges Ziel.
Solange diese Situation besteht, beobachten wir erst einmal, was auf der Fläche passiert.
Was passiert später mit der Fläche?
Nach Klärung der Fremdnutzung werden wir entscheiden, wie wir mit der Fläche weiter umgehen.
Unser Ziel ist grundsätzlich, das Grundstück dauerhaft aus der wirtschaftlichen Nutzung zu nehmen.
Das bedeutet aber nicht automatisch, dass dort niemals wieder ein großer Pflanzenfresser stehen darf.
Rewilding kann schließlich auch bedeuten, natürliche Beweidung wieder zuzulassen.
Entscheidend ist für uns der Unterschied zwischen einer wirtschaftlichen landwirtschaftlichen Nutzung und Pflanzenfressern als Bestandteil natürlicher Prozesse.
Grünland muss nicht Grünland bleiben – aber auch nicht zwingend Wald werden
Wir geben für Kuhschnappel keinen bestimmten zukünftigen Zustand vor.
Ohne regelmäßige landwirtschaftliche Nutzung kann sich die Vegetation verändern. Gehölze können sich ausbreiten, offene Bereiche können bestehen bleiben und neue Strukturen können entstehen.
Große Pflanzenfresser würden eine solche Entwicklung wiederum beeinflussen.
Genau diese Dynamik ist interessant.
Unser Ziel lautet deshalb nicht:
„Hier muss Wald entstehen.“
Sondern:
„Hier soll Natur wieder stärker selbst bestimmen, was entsteht.“
Ein interessantes Grundstück für die nächsten Jahre
Kuhschnappel könnte deshalb zu einer unserer spannendsten Beobachtungsflächen werden.
Der heutige Ausgangszustand lässt sich klar dokumentieren:
924 m² Grünland, vorhandene Bäume und aktuelle Beweidung durch Rinder.
Wie sieht dieselbe Fläche in einigen Jahren aus?
Welche Gehölze breiten sich aus?
Welche Bereiche bleiben offen?
Und welchen Unterschied macht es, wenn sich die Nutzung verändert?
Das möchten wir dokumentieren.
Rewilding ist mehr als „einfach nichts tun“
Kuhschnappel zeigt damit sehr schön, dass Rewilding nicht immer bedeutet, eine Fläche einzuzäunen und anschließend niemanden mehr hineinzulassen.
Natürliche Landschaften sind dynamisch.
Pflanzen wachsen und sterben. Tiere fressen Pflanzen. Gehölze breiten sich aus. Große Pflanzenfresser halten andere Bereiche offen.
Unser Ziel ist es, diesen natürlichen Prozessen langfristig wieder mehr Raum zu geben.
Und bis die aktuelle Fremdnutzung geklärt ist?
Dann dürfen die Kühe erst einmal weiter Kühe sein.
Aktivitäten
Beobachtungen, Maßnahmen und Veränderungen auf dieser Fläche – mit Datum und Bildern dokumentiert.
Noch keine Aktivitäten zu diesem Grundstück veröffentlicht.
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